Warum der Name Wuerzelpad?
Die Antwort, die mir auf diese Frage sofort in den Sinn kommt: weil ich ein großer Fan von Wurzelwegen bin. Wenn ich durch den Wald gehe, ganz ohne zu wissen, wohin ich überhaupt unterwegs bin, ziehen mich nie die breiten und klar erkennbaren Wege an, sondern eben jene, die sich geheimnisvoll zwischen Bäumen, Hecken und Gestrüpp entlangschlängeln. Je verwachsener, desto besser. Durch diese Vorliebe verlaufe ich mich aber auch immer wieder gern, denn hinter einem interessanten, abenteuerlichen Pfad wartet meistens schon der nächste, und so weiter – bis ich irgendwann überhaupt keine Orientierung mehr habe. Und genau das macht für mich einen Ausflug in die Natur so wertvoll: sich treiben zu lassen, dorthin zu gehen, wo es einen gerade hinzieht, sich wieder mehr mit der Natur verbunden zu fühlen, ganz ohne konkretes Ziel, mit dem Risiko, sich auch mal zu verlaufen, aber auch mit einem gewissen Vertrauen in sich selbst (und ein paar Orientierungshilfen im Rucksack, falls gar nichts mehr geht). Das Ergebnis davon sind meistens wunderschöne Naturplätze, unerwartete Begegnungen und einen freien Kopf.
Daneben soll der Name „Wurzelpfad“ aber auch für Entwicklung stehen – also für die ganz individuelle und persönliche Entwicklung, die man durch ein Naturcoaching erleben kann. Da es in einem Naturcoaching darum geht, sich die eigenen inneren Themen genauer anzuschauen und sich für die damit verbundenen Emotionen zu öffnen, bringt ein Naturcoaching immer auch eine gewisse Wandlung mit sich, die im Inneren stattfindet. Nur zu gerne ignorieren wir das, was in uns selbst vorgeht; wir haben keine Zeit, uns näher damit zu beschäftigen, weil wir andere Dinge für wichtiger halten. Wir leben einfach damit weiter, denn SO schlimm ist es ja schließlich nicht. Vielleicht macht es uns auch Angst, einmal genauer hinzuschauen, weil man nie weiß, was tatsächlich noch alles damit verknüpft ist (lieber die Büchse der Pandora erst gar nicht öffnen). Oder wir haben den Zugang zu unserem Inneren schlicht verloren oder nie gelernt, uns selbst zuzuhören. Es gibt viele Gründe, die Augen zu verschließen. Aber wem seine mentale Gesundheit wichtig ist, sollte regelmäßig in sich hineinhorchen und auf die Suche nach seinen eigenen Wegen zum persönlichen Wohlbefinden gehen.
Im „Wurzelpfad“ steckt außerdem das Wort „Wurzel“, und das ist ein weiterer Grund für diesen Namen: Denken wir zum Beispiel an die Wurzeln eines Baums, wird schnell klar, warum Wurzeln so wichtig sind. Sie geben dem Baum Stabilität, auch bei stärkeren Stürmen oder Unwetter. Sie ernähren ihn und tragen so dazu bei, ihm einen Teil von dem zu geben, was er braucht, um sich zu entwickeln. Ein Baum kommuniziert aber auch über seine Wurzeln mit seinen Nachbarn, wodurch ein Netzwerk aus vielen Individuen entsteht. Ein Mensch braucht Wurzeln genauso wie ein Baum. Was gibt mir den Halt im Leben, den ich brauche, auch wenn es einmal stürmisch wird? Wo kann ich neue Kraft schöpfen, wenn ich keine Energie mehr habe? Wie und mit wem bin ich verbunden? Wie beeinflussen mich meine Wurzeln? Und viele weitere Fragen kann man sich in Bezug auf die eigenen Wurzeln stellen – Fragen, die einen großen Teil der Arbeit an sich selbst ausmachen.
Ein Naturcoaching basiert für mich genau auf diesen Punkten: sich trauen loszugehen und sich auf unbekannte Wege zu wagen – manchmal mit Wurzeln, die einem im Weg liegen, manchmal mit solchen, die Kraft und Energie schenken – und das immer mit dem Ziel, sich weiterzuentwickeln, wobei das Ziel als der Prozess des Weitergehens verstanden wird.
